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Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich
periodisch durch heftige, in der Regel pulsierende, pochende bzw. stechende Kopfschmerzen äußert, und oft Übelkeit, Erbrechen oder Brechreiz als vegetative Begleiterscheinungen aufweist. Mitunter können schon leichte körperliche Tätigkeiten die Schmerzen verschärfen. In zwei Drittel der Fälle ist nur eine Kopfhälfte betroffen, wie der altgriechische Wortursprung anklingen lässt („hemi-", halb, und „kranion", Schädel).

Die Schmerzattacken dauern zwischen 4 und 72 Stunden, bei menstrueller bzw. zyklusgebundener Migräne sogar darüber hinaus.

Migräne wird in zwei Hauptgruppen unterteilt. Die einfache „klassische" Migräne ohne Aura ist die häufigste. Sie beinhaltet nur die Kopfschmerzen neben möglicher Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm oder Geräuschen. Bei der komplizierten Migräne mit Aura dagegen gehen dem eigentlichen Schmerzanfall diverse neurologische Symptome voraus, die man als „Aura" bezeichnet. Es sind meist Sehstörungen (Lichtblitze, flimmernde Beeinträchtigung des Gesichtsfeldes, Halluzinationen), aber auch Schwindel sowie Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Sprachstörungen.

Als häufigste Auslöser der Anfälle, bei entsprechender Veranlagung, gelten Hormonschwankungen (Frauen sind häufig während der Menstruation oder des Eisprungs betroffen); Alkoholkonsum; Stress; veränderter Schlaf- und Wachrhythmus; Hunger und Unterzuckerung; Wettereinflüsse; einige Nahrungsmitteln wie bestimmte Käsesorten, Schokolade oder Südfrüchte. Zu Symptomlinderungen führen dagegen der Rückzug in ruhige, abgedunkelte Räume, Schlaf und vor allem eine breite Riege an Medikamenten (s. weiter unten).

Migräne gilt als die zweithäufigste Kopfschmerzform und beeinträchtigt enorm Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Frauen sind deutlich häufiger betroffen, auch 5% der Kinder und Jugendlichen leiden darunter, zumal sich Migräne typischerweise im Kindesalter bzw. in der Pubertät manifestiert. Allein in Österreich werden schätztungsweise 600.000 Menschen von Migräne geplagt. Hinzukommt eine erhebliche Dunkelziffer, da 15% der Betroffenen nicht weiß, dass es sich bei ihren regelmäßigen Kopfschmerzen um Migräne handelt.

Die Ursachen bleiben noch teilweise ungeklärt, auch existiert noch kein einheitliches Behandlungskonzept, was Fehldiagnosen und Therapieversagen zur Folge hat. Der erschwerende Faktor liegt im multifaktoriellen Charakter der Erkrankung, die in Ausprägung und Symptomatik von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ausfallen kann. Beim jetzigen Wissensstand gilt Migräne als eine biologische Funktionsstörung des Gehirns, wobei eine genetische Veranlagung vermutet wird, da sie familiär gehäuft auftritt. Allerdings konnten genetische Defekte bislang einzig bei einer sehr spezifischen Migräneart (der „familiären hemiplegischen" Migräne) nachgewiesen werden.

Die pharmakologische Therapie verfügt über mehrere Ansätze: Bei leichten Migräneformen können freiverkäufliche schmerzenstillende Analgetika wie ASS, Paracetamol, oder Ibuprofen helfen. In schwereren Fällen verwendet man eine Kombination aus Analgetika und Übelkeit hemmenden Antiemetika. Bleibt diese Therapie wirkungslos, setzt man Triptane ein. Diese gefäßverengenden Pharmaka wirken der abnormen Erweiterung der kranialen Blutgefäße entgegen, die bei Migräneattacken eintritt und dabei die Schmerzrezeptoren des Hirnnervs Trigeminus überreizt.

Neben speziellen Medikamentengruppen (ß-Rezeptorenblocker, Calciumkanalblocker, Antikonvulsiva, Antidepressiva) zeigt auch eine nicht medikamentöse Prophylaxe Wirkung. Dazu zählen: ein geregelter Lebensstil mit regelmäßigen Mahlzeiten und gleichmäßigem Schlaf- und Wachrhythmus; Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken; Vermeidung auslösender Faktoren (s. oben) und Ausdauersportarten (wie Schwimmen, Nordic Walking, Joggen oder Fahrradfahren).

siehe auch Migräne bei Frauen und Migräne bei Kindern und Jugendlichen

 

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